"Das werde ich nie vergessen"

 

Sonja Matthäi

 

 

tl_files/gutetat/images/content/engelgeschichten/heim_aussen.jpgSeit Februar 2004 engelt Sonja Matthäi im Paritätischen Seniorenwohnheim Dr. Victor Aronstein in Berlin-Lichtenberg. Die gelernte Datenverarbeitungskauffrau ist zur Zeit wie so viele arbeitslos. Anstatt jedoch zuhause vor dem Computer zu vereinsamen, hat sie sich auf Rat eines Bekannten für die ehrenamtliche Arbeit entschieden. Diese gibt ihr das Gefühl, "auch auýerhalb von ihrer Familie gebraucht zu werden".


Das Projekt im Seniorenheim hat sie "auch aus Bequemlichkeit gewählt", gibt sie zu - sie wohnt in der Nähe und kann immer, wenn sie gebraucht wird, zum Heim laufen. Da braucht sie gar keine Engelsflügel, um weite Stecken zu überbrücken. überhaupt gefällt ihr die Arbeit auf Abfrage. Ein bis zwei mal die Woche, manchmal auch nur einmal im Monat, engelt sie für die Bewohner des Heims.

 

Tatkräftig unterstützt wird sie dabei von Frau Vorpahl vom Kultur- und Hausservice. Als sie sich beispielsweise nach ihrem ersten Einsatz als Rollstuhlbegleitung etwas überfordert fühlte, wurde sogleich ein gemeinsamer Termin zu einem Rollstuhllehrgang vereinbart.
Und damit jeder im Haus weiý, wer da engelt und was es mit der Aktion überhaupt auf sich hat, wurde von Frau Vorpahl ein eigenes Namensschild mit Logo und Informationszettel bereit gestellt - bei bis zu neun verschieden Mitarbeitern allein an der Rezeption ist dies ein organisatorisches Muss.

 

tl_files/gutetat/images/content/engelgeschichten/engel_matth.jpgWährend ihrer Einsätze als Engel hat Sonja Matthäi die einfachen Dinge des Lebens zu schätzen gelernt. Laufen, Sprechen und Gesundheit sind für sie nun keine Selbstverständlichkeit mehr.
Besonders gern erinnert sie sich an den Nachmittag, an dem sie mit einer alten Dame Halma gespielt hat. Nur drei Spiele hat sie gewonnen und musste sich anstrengen, damit sie nicht noch mehr verliert. Der Abschied ging ihr dann richtig ans Herz: "Ich habe ja schon vielen Menschen die Hand gegeben, aber diesen Händedruck werde ich nie vergessen", schwärmt die 51-jährige. Diese Dankbarkeit ist für sie das Schönste am Engeln. Wegen dieser herzlichen Abschiede freue man sich auch jedes Mal auf das Wiedersehen - auch wenn man von den älteren Menschen vielleicht nicht wiedererkannt wird.

 

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