Katrin Tamme
"Betreuer gesucht - für eine Woche nach Ungarn mit einer Gruppe von Kids". Das klang für mich interessant. Das ist doch die richtige Investition meiner zwei Tage Sonderurlaub, dachte ich mir. Die hatte mir mein Arbeitgeber für mein ehrenamtliches Engagement bei den Münchner Engeln von Gute-Tat.de im letzten Jahr gewährt. Dazu ein paar "normale" Urlaubstage. Das müsste also klappen.
Vorab traf ich mich mit Eckhard, dem Organisator der
Ferienfreizeit vom Verein Kids aktiv. e. V.
Wenn man eine Woche zusammen mit 10 Kindern verbringt, müssen schließlich nicht
nur einige organisatorische Dinge besprochen werden. Das Treffen war ebenso
dazu da, sich gegenseitig zu beschnuppern und die menschliche Komponente
kennenzulernen.
„Unsere" Jungs - im Alter von 10 bis 13 Jahren - trafen wir das erste Mal drei Wochen vor der Ungarn-Reise im Michaelibad. Da ging es zwar auch um organisatorische Dinge, aber in erster Linie wollten wir uns bei dieser Gelegenheit vor allem gegenseitig kennenlernen.
Am Tag der Abreise stand dann die erste große Herausforderung bevor: 10 Kids und 2 Erwachsene samt Gepäck in einen kleinen Ford-Bus und einen Mini zu bekommen. Ich habe nämlich nicht nur mich, sondern auch mein Auto zur Verfügung gestellt.
Als das geschafft war, ging es endlich auf die Autobahn. Trotz Ferienbeginns haben wir keinen einzigen Stau erlebt. Gegen Abend dann doch etwas kaputt in Balatonmariafürdö angekommen, haben wir noch einen kurzen Spaziergang durch den Ort gemacht. Es gab ein kleines Abendessen und dann sind alle ziemlich müde ins Bett gefallen.
Am nächsten Tag haben wir unser Quartier erst einmal unter die Lupe genommen. Ein nagelneues Haus - so nagelneu, dass es an einigen Ecken und Enden doch eher noch eine Baustelle war. Das hat aber weniger gestört, denn alles wirklich wichtige - gescheite Betten, Dusche, Toiletten und eine Küche - waren vorhanden. Dazu noch Spiele, eine Tischtennisplatte und ein Kicker.
Die erste große Aktion nach einem schnellen Frühstück hieß Lebensmittel einkaufen für 12 Leute und 9 Tage. Da es auch in Ungarn Supermärkte gibt, ist uns das nicht schwer gefallen. Richtig, wir haben uns selbst verpflegt! Frühstück und Lunchpaket für den Tag und abends wurde gekocht. Das habe meist ich - aus Leidenschaft - übernommen. Und es hat sich niemand beschwert. Allen hat's geschmeckt.

Das Wetter hat es sehr gut mit uns gemeint. So haben wir die meisten Tage am See verbracht. Unser Strandbad verfügte über alle Annehmlichkeiten, die man so braucht - Fußballfeld, Beach Volleyball, Basketball. Der obligatorische Kiosk mit Eis und ungarischen Spezialitäten wie Langos und Palatschinken durfte nicht fehlen. Über einen langen Steg ging es ins sehr flache Wasser. Mit Tretbooten und unserem eigenen Schlauchboot hatten die Jungs eine Menge Spaß. Angelversuche wurden zwar gestartet, aber leider ist uns kein Fisch für das Abendessen an die Angel geraten.
Ab und zu sind wir auch zum Bummeln und Eis essen in den Ort
gegangen. Schließlich musste ja das Taschengeld in den verschiedenen Shops
investiert werden. Hier hat uns jeder verstanden, denn es wird überall deutsch
gesprochen.
Ein besonderes Highlight war unser Ausflug nach Kesztely mit dem Besuch des
Wochenmarktes und des Thermalbades. Am liebsten wären wir alle gar nicht mehr
aus dem Wasser raus.
Wenn das Wetter mal nicht so sonnig war, war die Tischtennisplatte im Dauereinsatz. Das hat uns dann angeregt, ein Tischtennisturnier auszurichten und die drei Ersten zu prämieren. Aber nicht nur dafür gab es eine Anerkennung. Der tägliche Wettbewerb "Wer hat sein Bett am besten gemacht" hat zu regelrechten Höhenflügen bei den Jungs geführt. So etwas haben die Eltern zu Hause bestimmt noch nicht gesehen.
Nach 9 Tagen ging es dann wieder zurück nach Hause. Es war eine wirklich schöne Zeit mit den Jungs. Aber auf zu Hause habe ich mich auch gefreut.

