Das längste Tiramisu der Welt

 

Gemischt mit Geräuschen von Aufbauarbeiten dringen Gesprächsfetzen auf Italienisch aus einem riesigen Zelt. Das Zelt steht auf dem Schleidenplatz in Berlin Friedrichshain, wo um diese Uhrzeit gerade die letzten Partygänger nach Hause trotten. Kaum einer versteht, was gesprochen wird, noch weniger Passanten verstehen, was die Männer hier so früh am Samstagmorgen veranstalten: Es sind die Vorbereitungen für einen Rekordversuch. An diesem Samstag soll die bis dahin längste gemessene Tiramisu (165,65m, im Jahr 2006) noch ein Stück länger werden. Das ambitionierte Ziel: 200 Meter!

 

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 Weil es nicht nur um die Länge sondern auch um den Geschmack und die aus dem Verkauf der Tiramisu gesammelten Spenden  geht, werden zunächst die Auflagen des Gesundheitsamtes erfüllt. Plane wird auf dem gepflasterten Straßenboden verlegt, Tische und Bänke nach einem genauen Plan aufgebaut. Und auch sonst tut sich einiges auf dem Schleidenplatz: Eine Bühne wird errichtet und die Vertreter der Spendenempfänger (DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei (gGmbH), Kinder von nebenan e.V, Kiezfonds des Samariterkiez e.V.) bauen ihre Infostände auf.

 

 tl_files/gutetat/images/content/engelgeschichten/2011/IMG_8460_web.jpgIm Laufe des Vormittags ist schließlich alles errichtet und die eigentliche Arbeit beginnt: 25 Kilogramm Mascarpone, 185 Liter Schlagsahne, 22550 Löffelbiskuits, 326 Liter Kaffee, 27 Kilogramm Kakao und bis zu 30 Kilogramm Zucker werden im Team aufeinandergeschichtet. 3 Stunden gibt das Gesundheitsamt den Köchen Zeit, das Tiramisu fertig zu stellen. Während im Zelt die Zeit läuft, verlaufen sich immer mehr Zuschauer auf dem Schleidenplatz. Sie sichern sich mit gekauften Coupons ein Stück des Tiramisus, genießen das wunderbare Wetter und das Rahmenprogramm, welches auf der Bühne geboten wird.

 

Am frühen Nachmittag ist es dann soweit: Der Rekord ist gebrochen! Über 200 Meter Tiramisu wurden geschafft! Zu den glücklichen Gewinnern des Tages gehören neben den stolzen Italienern aber auch die Spendenempfänger sowie die vielen Erwachsenen und Kinder, die an diesem Nachmittag einem schönen Kiezerlebnis beigewohnt haben.

 

Jürgen Grabowski (Text und Fotos)

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